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Gera-Radweg
Brücke bei Elxleben Brücke bei Elxleben
Brücke bei Elxleben

Etappe 5

Auf dem Weg zum nördlichen Stadtrand hat der Gera-Radweg einen ganz eigenen Charakter, der ein wenig an "Ruhrpott-Romantik" erinnert:

Impressionen der Etappe 5

Wir erreichen Gispersleben, das bereits seit Jahrzehnten Teil der Landeshauptstadt ist und eine große Bedeutung für die Entwicklung der gesamten Region hat: Der Radweg führt direkt an einem stillgelegten Kraftwerk vorbei, das ausgehend von einer Wassermühle entstand. Seit 1902 produzierte die "Kraftwerk Thüringen AG" hier Drehstrom. Altes Kraftwerk Gispersleben Schon bald wurden Gispersleben, Kühnhausen, Elxleben, Walschleben, Gebesee, Mittelhausen und Stotternheim von hier aus versorgt. Ab 1924 erfolgte ein Ausbau zu einem Kohlekraftwerk. Von 1962 bis zur Betriebseinstellung 1991 wurde die Anlage als Heizkraftwerk genutzt. Die Stromproduktion übernahm - bis zur Stillegung 1998 - das auf der östlichen Seite des Flusses gelegene erste Gasturbinenkraftwerk der DDR. Die Energiegeschichte des Standorts wird mit einem 2001 neu errichteten Umspannwerk (Zeulenrodaer Strasse) fortgesetzt. Die Tour durch Gispersleben führt durch den schönen Kilianipark zur Gerabrücke. Diese markiert die Grenze der zwei Ortsteile Kiliani und Viti, die trotz der Industriegeschichte ihren dörflichen Charakter bewahren konnten. Gaststätten und die traditionsreichste Eisdiele Erfurts locken seit jeher Ausflügler an.

Zwischen Gispersleben und Kühnhausen führt der Radweg unter der Autobahn A 71 hindurch, die hier auf einer Brücke die Geraaue quert. Hier erreicht die Gera die weite Landschaft des Thüringer Beckens. Die Flussniederung, die früher stark versumpft und bis zu ihrer Regulierung häufigen Überschwemmungen ausgesetzt war, wird geprägt durch fruchtbaren Löß- und Schwarzerdeboden und war schon in vorgeschichtlicher Zeit ein entscheidender Aspekt zur Ansiedlung. Der Anbau von Getreide und Spargel sowie besonders um Andisleben der Pfefferminzanbau prägen die Landschaft.

Blick auf Elxleben

Die Begradigung des Unterlaufes der Gera begann bereits im 19. Jahrhundert. Das heutige Gesicht resultiert im wesentlichen aus Baumaßnahmen in Zusammenhang mit der Errichtung des Rückhaltebeckens der Unstrut in Straußfurt. Die teilweise Führung des Radweges auf der Deichkrone erlaubt weite Ausblicke bis zu den Fahner Höhen, einem traditionellen Obstanbaugebiet. Bei klarem Wetter sind auch die Höhenzüge an der Thüringer Pforte zu erkennen.

MahlgeraParallel zum Hauptstrom gibt es am Unterlauf des Flusses einen Nebenarm, die so genannte Mahlgera, die an der Wehranlage bei Kühnhausen beginnt. Auf dem Weg durch Elxleben, Walschleben und Andisleben nach Ringleben trieb der Wasserlauf ehemals elf Mühlen an. Die Wasserkraftnutzung kam in der DDR zum Erliegen, da durch den Abbau der Schützen des Hauptwehres der Durchfluss deutlich verringert wurde. Eine Planung, sechs der ehemaligen Mühlen als Kleinstwasserkraftwerke zu reaktivieren, konnte bisher nicht realisiert werden.
Der aufmerksame Beobachter findet in den Dörfern eine Reihe von Spuren dieser Geschichte. Daneben bestimmen zahlreiche historische Hofstätten und sehenswerte Dorfkirchen das Bild der Dörfer.

In der Nähe der Gera lohnt das nord-westlich von Kühnhausen gelegene Naturschutzgebiet Schwellenburg einen Besuch. Die Schwellenburg ist mit 230 m ü. NN die höchste Erhebung einer Gipskeuperhügelkette, die sich nordöstlich der Fahnerschen Höhe erstreckt. Der markante Hügel erlaubt einen weiten Blick über das Thüringer Becken. Aufgrund des besonderen Klimas (sonnenexponierte Hänge, relativ geringe Niederschlagsmenge) und des geologischen Untergrundes findet sich hier eine besondere Steppenrasenvegetation. Die namengebenden Hangterrassen, sind Zeugen früheren Weinbaus (bis Anfang 17. Jahrhundert).

GipsbrennöfenEine denkmalgeschützte Kalkmühle in Elxleben (Erfurter Strasse) zeugt von der Verarbeitung des Gipses in der Region. Der zur Zeit leerstehende Komplex entstand zwischen 1870 und 1935. Herzstück ist die Ofenbatterie mit sechs Gipsbrennöfen. Im benachbarten Fachwerkbau war die Gipsmühle untergebracht.

Bereits in Ringleben treffen wir auf den Unstrut-Radweg, der entweder links, streckengleich mit dem Gera-Radweg nach Gebesee oder rechts in Richtung Sömmerda (15 km) führt. Der Mündungsbereich selbst kann nur zu Fuß erreicht werden.

Laurentiuskirche GebeseeIn der ehemaligen Ackerbürgerstadt Gebesee sind vor allem die Kirchen und die Schlossanlage sehenswert. Die Katharinenkirche wurde 1376 an Stelle einer Chorturmkirche aus der Zeit um 1200 errichtet. Der früher niedrigere Turm steht auf einem Tonnengewölbe, das einen Teil des Chorraumes bildet. Die Laurentiuskirche am Markt wurde bis zum Ende des 15. Jahrhunderts in den Quellen auch als Kapelle bezeichnet, was darauf schließen lässt, dass sie in früherer Zeit wesentlich kleiner war als der heutige Kirchenbau. Nachdem in den Jahren 1506 -1532 der Turm erhöht und das Kirchenschiff vergrößert worden waren, hat man 1703 noch eine Erweiterung des Chorraumes nach Osten vorgenommen. Das barocke Schloss mit Gutshof und ParkanlageSchloss Gebesee wurde um 1740 errichtet und geht auf ein Rittergut zurück. Von 1923 bis 1952 wurde hier ein Internat in der Tradition der klassischen Reformpädagogik geführt. Der ursprüngliche Charakter der Schlossanlage ist weitestgehend erhalten geblieben, jedoch lädt heute eine SchlossPension mit dem Komfort des 21. Jahrhunderts zum Verweilen ein. Regelmäßige Gäste in den Sommermonaten sind die Störche auf dem Schornstein der ehemaligen Schnapsbrennerei.

Das untere Teilstück des Gera-Radwegs lässt sich gut mit einer Runde durch das sogenannte "Große Ried" und zu den Erfurter Seen zurück nach Erfurt verbinden. Radler am Alperstedter See Die Seenlandschaft entsteht durch den Abbau von Kies und wird schrittweise für die Naherholung erschlossen. Nicht versäumen sollte man den Besuch der Bonifatiuskirche in Riethnordhausen, die wegen ihres weithin sichtbaren Turmes auch als "Thüringer Laterne" bekannt ist: Zum einen wurde das Kirchenschiff nach der Zerstörung durch einen Brand 1996 als "Solarkirche" wieder aufgebaut, zum anderen ist der landschaftlich reizvolle Kirchberg ein Ort der Ruhe und hervorragender Aussichtspunkt. 

Karte Etappe 5
Touristinformationen
Tourist-Information Erfurt
Benediktsplatz 1
99084 Erfurt
03 61 / 6 64 00
03 61 / 6 64 02 90
  www.erfurt-tourismus.de/
  service@erfurt-tourismus.de
Öffnungszeiten:
Jan-März:
Mo-Sa: 10.00-18.00 Uhr,
So/F: 10.00-16.00 Uhr,
Apr-Dez:
Mo-Fr: 10.00-19.00 Uhr,
Sa: 9.00-18.00 Uhr,
So/F: 10.00-16.00 Uhr

Tourismusförderung Landkreis Sömmerda
Bahnhofstraße 9
99610 Sömmerda
0 36 34 / 35 44 16
0 36 34 / 35 43 94
  www.landkreis-soemmerda.de
  pressestelle@lra-soemmerda.de
Öffnungszeiten:
Mo-Do: 8.00-17.00 Uhr,
Fr: 8.00-12.00 Uhr
Museen und Sehenswürdigkeiten
Die beschriebenen Baudenkmale dieser Etappe sind nur begrenzt öffentlich zugänglich. Zu folgenden Objekten stehen Ansprechpartner zur Verfügung, die nach Absprache eine Besichtigung ermöglichen:

St.Michaelis Kirche Elxleben 
Förderverein "St.Michaelis Kirche" Elxleben 
Vorsitzender: Reinhard Bischof 
Zum Kalkgraben 12 
99189 Elxleben 
036201 / 86773

Katharinen- und Laurentiuskirche Gebesee
Informationen zu Besichtigungs- möglichkeiten:
evangelische Kirchgemeinde Gebesee
Pfarrerin Margrit Flaschmann
Pfarrgasse 1
99189 Gebesee
036201 / 62185
Umfassende Informationen zu den Kirchen unter
www.gebesee.de

Schloss-Pension Gebesee
barocke Schlossanlage und ehemaliger Karolingischer Königshof
Lange Straße 66
99188 Gebesee
036201 / 57990
  Link
  Mail
Frei- und Hallenbäder
Strandbad Stotternheim
Lage: nahe des Bahnhofs am Westufer des Stotternheimer Sees
036204 / 719955
Link
Radläden und Pannenservice
Fahrrad Gigant
Maxim-Gorki-Str. 16
99189 Elxleben
036201 / 7353

Informationen zu Radverleih, Selbsthilfewerkstatt und weitere Angebote beim ADFC Erfurt
Abstellmöglichkeiten für Räder mit Gepäck